Update:
Nachdem unsere beiden Heldinnen nun heil aus China zurück sind, können wir endlich auflösen, was es mit der Aufgabe des Rennens wegen Verletzung, von dem die offiziellen Stellen schon berichtet hatten, auf sich hatte:
Zunächst einmal möchte Franzi ihre Begeisterung über die malerische und im Großen und Ganzen sehr geeignete Location bekunden. Auch die Organisation war hervorragend und einer WM mehr als angemessen. Der Veranstalter hatte keine Kosten und Mühen gescheut. Bis zum Tag zuvor hatten sich am berühmten Golden Beach noch Tausende von chinesischen Touristen getummelt. Quasi über Nacht entstand dann eine vorbildliche Wettkampfstadt mit Kraftraum, Spinbikes, Ruderergometern, Eistonnen, medizinischem Support usw. Kümmerer gab es für alle erdenklichen (und manchmal auch für Europäer ungewohnten) Situationen.
Besonders erwähnenswert auch die Volunteers, die sich rund um die Uhr um alle Belange der ihnen zugeteilten Kleingruppen kümmerten. Dem zweiköpfigen deutschen Team wurden noch 5 Iren zugeteilt. Ausdrücklicher Dank also noch einmal an Leonie (die sicher anders geschrieben wird) für ihre freundliche und engagierte Performance. Dass sich Leonie beim abschließenden Austausch von Geschenken ausgerechnet mit einer Goldenen Ananas bedankte, verlieh dem Ganzen eine besondere Note.
Damit kommen wir zum sportlichen Teil, der leider etwas unglücklich verlief. Im Vorlauf, der keine weitere Bedeutung als ein Bahnverteilungsrennen für ein Hauptrennen ohne Bahnen hatte, hatte das deutsche Boot bei einem Crash mit den vorausfahrenden Briten bereits in der Startphase eine Minute verloren. Das Team beschloss, keine Aufholjagd zu starten, sondern Kräfte fürs Finale zu sparen.
Am Finaltag brodelte wie vorhergesagt die See. Mit ihrer Startzeit erwischten Tessa und Franzi das Maximum des Windes mit 5 (-6) Bft, die zu diesem Zeitpunkt kenternde Tide trug ihren Teil dazu bei, dass die Regattastrecke sich zu einem Whirlpool entwickelte.

Erneut kam es zu einem Malheur in der Startphase, weil nämlich in der Brandung Tessas Rollsitz aus der Bahn sprang. Das Team meisterte auch dieses Problem und konnte sogar zum Hauptfeld aufschließen. Dass in den herausfordernden Umständen ein Großteil der Boote in eine Massenkarambolage verwickelt wurden, kam dem deutschen Boot dabei zugute.
Doch dann streikte Franzis Arm, und zwar nicht vorübergehend, wie das im Kampf mit den Naturgewalten beim Coastal Rowing schon mal vorkommt, sondern nachhaltig.
So mussten die beiden kurz vor Hälfte der Strecke aufgeben. Da die Brandung nicht mal ein kontrolliertes Rudern zum Strand ermöglichten, nicht mal mit zwei funktionierenden Armen, wenn man sie denn noch gehabt hätte, mussten Mensch und Material vom Safety Boot an Land verfrachtet werden.
Franzi möchte sich an dieser Stelle ein zweites Mal ausdrücklich bedanken, erstens bei allen Rettungskräften und dem medizinischen Personal des Veranstalters, das sich fürsorglich und ausgiebig um sie kümmerte, zweitens für das vorsorgliche Bereitstellen der Eistonnen und last but not least beim Physio – Team der Australier.
Bleibt noch zu erwähnen, dass nach den wunderbaren Coastalbedingungen der ersten Tage und dem problematischen Finaltag der Sturm weiter zunahm und bis zum heutigen Tag wütete und sogar einen Teil der Infrastruktur zerstörte.
Die Rennen des Beachsprints wurden deshalb mehrfach verschoben.
Nach dem neuen Zeitplan wird ab Montag, 1 Uhr MESZ, parallel auf beiden Parcours gestartet.
Alle Infos zum Beachsprint gibt es hier.




















